Eine Futterstelle kann das Überleben sichern

Wasser (auf keinen Fall Milch)
Katzen- oder Hundedosenfutter, hart gekochtes Ei, Rührei.

Katzentrockenfutter, Igeltrockenfutter.

Igelbauch kälter als Ihre Hand?

Igel warm stellen (18-20 Grad), handwarme Wärmflasche in die Kiste, Handtuch drüber, Igel darauf und mit Handtuch abdecken.
Schwachen Tieren vorsichtig mit einer Einwegspritze (ohne Kanüle) lauwarmen Fenchel- oder Kamillentee einflößen.

Erholt sich  der Patient nach 1-2 Tagen nicht, dann ist er krank und muss zum Tierarzt.

Wenn Sie weitere Ratschläge benötigen, dann schauen Sie sich weiter auf unseren Seiten um.

Ein trockener, katzensicherer Futterplatz ist schnell gebastelt


"Herbst- Igel“


Igel sind geschützte Tiere: Es ist nicht gestattet, gesunde, normalgewichtige Tiere aufzunehmen!

Gemeinhin werden die sogenannten Herbstigel als Tiere eines zweiten Wurfes einer Igelin und als grundsätzlich pflegebedürftig angesehen. Beides ist falsch, denn eine Igelin wirft unter normalen Umständen nur einmal im Jahr. Es handelt sich vielmehr um Jungtiere, die zu spät im Jahr geboren wurden oder deren Mutter zu Tode gekommen ist. Bei im September oder gar erst im Oktober geborenen Igeln sind die Aussicht, daß sie ohne menschliche Hilfe am Leben bleiben zweifelhaft. Trotzdem darf nicht jeder dieser Igel ins Haus zur Pflege aufgenommen werden.

Igel sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz geschützte Tiere. Sie gelten als pflegebedürftig, wenn sie* Anfang Oktober weniger als 200 g wiegen oder  im November oder später deutlich weniger als 500 g wiegen. *

Aber auch bei solchen Igeln muß die Entscheidung, sie aufzunehmen in Abhängigkeit zur Witterung getroffen werden ,bei milder Witterung und gutem Nahrungsangebot soll man eher abwarten, den Igel beobachten und wenn möglich eine Futterstelle einrichten.

In Zweifelsfällen sollte man sich beraten lassen.

Natürlich dürfen Igelsäuglinge, offensichtlich kranke oder verletzte Tiere ganzjährig aufgenommen werden, wenn sie dann sachkundig gepflegt werden.

Ein chinesisches Sprichwort besagt: „Wer jemanden aus dem Wasser zieht, ist auch weiterhin für ihn verantwortlich.

Krankheitsbilder sind:

Blasen die sich in den Nasenlöchern bilden, - weiß bis gelblicher Schleim der sich in den Nasenlöchern befindet und austritt, - husten und röchelnde Atmung, nach Luft pumpen, - torkelnder, zitternder, schwankender, unsicherer Gang, - keine Reaktion bei Berührung, - hellgrüner, dunkel-grüner, weißlicher blutiger Kot, Durchfall, - keine Gewichtszunahme, besonders bei Jungigeln, - Lähmungen, besonders der Hinterbeine, - starker Stachel oder Fellverlust, - Verletzungen des Igels

Selbstbespeichelung ist keine Krankheit!

Wie sollen pflegebedürftige Igel gehalten werden?

Die Unterbringung sollte in einem Raum mit 18-20 Grad C Raumtemperatur erfolgen. Ein sollte ein Raum mit Fenster sein. Der Igel benötigt Tageslicht und Nachtlicht (Wechsel zwischen Tag und Nacht)

Igel sind keine Spieltiere. Sie sind lärmempfindlich und bedürfen der Ruhe.

Es wird auf jeden Fall ein Schlafhaus benötigt, am Boden gut isoliert, mit reichlich zerknülltem Papier ausgelegt und mit einem Schlupfloch versehen. Das Gehege drumherum sollte mindestens 2 qm betragen. Die Seitenwände sollten etwa 50 cm hoch, glatt und senkrecht aufgestellt sein, um Kletterunfälle zu vermeiden (z.B. beschichtete Spanplatten). Der Auslauf wird mit Papier ausgelegt.

Ungeeignet und gefährlich sind: Katzenstreu, Sägespäne, Stroh, Laub usw. Die meisten Igel richten sich einen festen Kotplatz ein; mit reichlich Zeitungen versehen läßt er sich problemlos sauber halten.

Igel sind Einzelgänger, niemals zwei oder mehrere Igel zusammen unterbringen.

Täglich mindestens einmal:

- Auslauf säubern, (Schlafhaus bei bedarf),

- Wasser und Futter erneuern, (Futterteller heiß spülen)

- den Igel wiegen (möglichst zur gleichen Zeit), er soll ca. 10 g pro Tag zunehmen, die Futtermengemuß dem angepasst werden.

- Kot beobachten (Durchfall, breiig, schleimig, dann zum Tierarzt)

- Nasenrücken des Igels kontrollieren, Verkrustungen von Futter müssen vorsichtig entfernt werde

Wie müssen die aufgenommenen Igel gefüttert werden?

Dosenfutter für Katzen oder Hunde, hartgekochte Eier oder Rührei, gekochte Hühnerflügel (beugt Zahnstein vor), oder mageres Fleisch (ungesalzen) Rosinen, süßes weiches Obst. Zusätzlich wird die Nahrung mit etwas Pflanzenöl angereichert, was einem Stachelausfall vorbeugt (je nach Größe des Igels einige Tropfen) Erdnußbruch und Igeltrockenfutter. Die Ernährung sollte abwechslungsreich sein. Der Igel ist ein Fleischfresser, kein Vegetarier! Niemals rohes Fleisch und rohe Eier geben. – Salmonellengefahr. Der Flüssigkeitsbedarf wird durch Wasser gedeckt. Milch führt zu schweren Durchfällen! Der Kot beim richtig ernährten Igel ist geformt und walzenförmig und in Abhängigkeit von der Fütterung grünbraunlich gefärbt.

Bis zu welchem Gewicht sollten die Igel gefüttert werden?

Sollte ein zufriedenstellendes Gewicht von 600-700 g bei Jungigel und 800-1500 g bei erwachsenen Tieren erreicht worden sein und ein Aussetzen aufgrund der Jahreszeit nicht mehr möglich sein, empfiehlt es sich, den Pflegling zum Schlafen zu bringen. Die Unterbringung sollte möglichst bei Außentemperaturen erfolgen (Balkon, Gartenhaus, Schuppen, Terrasse ). Als Winterschlafhaus empfiehlt sich eine zweigeteilte Holzkiste. Besonders wichtig ist eine gute Isolierung bei Beton oder Zementfußböden und ein ausreichender Schutz vor Nässe, Wind, Ratten, Mardern usw. Der größere Schlafbereich wird mit reichlich Nestbaumaterial ausgefüllt ( Heu, Stroh, Papier). Im vorderen Teil wird der Wasserteller und Igeltrockenfutter, Erdnußbruch hingestellt. Bei Temperaturen um 0 Grad fällt der Pflegling meist nach ein bis zwei Tagen in den Winterschlaf, Auch dann sollte man jeden Tag kontrollieren, ob der Igel draußen war. Wenn ja, stellt man ihm sofort wieder Frischfutter hin; denn der Igel wird zwischendurch immer mal wach. Wichtig ist dabei nur, dass er frisst und trinkt. Wenn etwas unklar ist, bitte sofort anrufen! Der Teller mit Igeltrockenfutter und das Schälchen mit Wasser muß jedoch immer bereit stehen und etwa einmal wöchentlich erneuert werden.

Wenn die Temperaturen steigen wird der Igel langsam wieder wach. Er bleibt weiterhin in seinem Gehege. Der Zeitraum zwischen Erwachen und Auswildern sollte mindestens 14 Tage betragen.

Den Igel nicht wecken, er erwacht von alleine aus seinem Winterschlaf. Sollte das bis Mitte Mai nicht erfolgt sein, bitte anrufen.

Wann müssen die Igel wieder ausgewildert werden?

Igel müssen wieder ausgewildert werden. Sie stehen unter Naturschutz und dürfen auf keinen Fall länger als nötig in Gefangenschaft gehalten werden

Nach dem Aufwachen aus dem Winterschlaf sollte zunächst versucht werden ,den durch den Winterschlaf entstandenen Gewichtsverlust (etwa 25 %) wieder auszugleichen. Je nach Wetter und Nahrungsangebot wird der Pflegling Ende April bis Ende Mai wieder ausgewildert. Wenn es machbar ist sollte noch einige Zeit zugefüttert werden. Nach Möglichkeit am Fundort freilassen. Das Gelände zum auswildern sollte keine Gefahrenquellen aufweisen (Hauptverkehrsstraßen, Baustellen, mit Insektiziden behandelte Flächen, jagdlustige Hunde Swimmingpool usw. ). Zum auswildern geeignet sind: Waldrandgebiete mit dichten Hecken, Unterholz, Buschwerk, Naturschutzgebiete, ein unbefestigter Bachlauf oder Teiche mit flachen Ufern für die Wasserversorgung. Nicht geeignet sind: Ausflugsziele, Parkanlagen und Friedhöfe, Ackerbau und direkter Wald. In Gärten ohne heimische Gewächse, Reisig und Laub können Igel auf Dauer nicht existieren. Sie finden weder Material, noch eine geeignete Stelle zum Bau der Sommer- oder Winterschlafnester und auch das Nahrungsangebot ist meist nicht ausreichend

Ausführliche Information gibt es unter www.Pro-Igel.de