Helfen – aber richtig

Auch wenn uns die Sonne in diesem Jahr sehr verwöhnt hat, stehen uns jetzt Herbst und Winter ins Haus. Damit geraten wie in jedem Jahr die Igel wieder ins Blickfeld besorgter Mitbürger. Und wieder wird es höchste Zeit für unsere dringendste Bitte, die Igel möglichst draußen zu lassen.(Ausnahmen: verletzte, offensichtlich kranke Igel, verwaiste Igelbabys (mit geschlossenen Augen) und Igel, die tagsüber taumelnd umherirren und auch die Stachelritter, die bei starkem Frost oder geschlossener Schneedecke unterwegs sind).
Es ist ausdrücklich verboten, Igel der freien Wildbahn zu entnehmen! In den meisten Fällen ist dieses auch nicht notwendig. Trotzdem ist Hilfe in harten Zeiten natürlich sehr hilfreich,- nur sinnvoll sollte sie sein.
So macht es mehr Sinn unsere Gärten igelgerecht zu gestalten, Unterschlupfmöglichkeiten anzubieten, heimische Gewächse zu pflanzen und keine Gartengifte zu verwenden. Der Reisig- oder Laubhaufen in einer Ecke des Gartens ist sicher weit hilfreicher für die Überwinterung, als später die Pflege unterkühlter Igel, die bei starkem Frost keinen Unterschlupf gefunden haben.
Untergewichtigen Igeln bekommt die Zufütterung im Freien viel besser, als die Pflege in Gefangenschaft. Bewährt haben sich Hunde- oder Katzendosenfutter, immer gemischt mit Weizenkleie, Haferflocken oder Igeltrockenfutter, gekochtes Rind oder Geflügelfleisch, Rührei.

Keine Milch, keine rohen Eier!!
Hilfe ist nur dann Sinnvoll, wenn sie richtig durchgeführt wird. Bevor sie sich entschließen, einen vermeintlich hilfsbedürftigen Igel in häusliche Pflege zu nehmen, stellen Sie ihn einem Tierarzt vor, lassen Sie sich über Pflege, Fütterung, Unterbringung beraten, damit ihr Engagement am Ende nicht zum Schaden des Pfleglings ausgeht!

Um dem Igel eine eventuelle Aufnahme im Haus zu ersparen, sollte im eigenen Garten eine Futterstelle eingerichtet werden. Wegen des geringen Nahrungsangebotes, besonders im Frühjahr und im Herbst, verbrauchen unsere Stachelritter bei der Futtersuche oft mehr Energie, als sie mit der Nahrung aufnehmen.

Sie wollen den kleinen Gesellen helfen?

Eine Futterstelle kann das Überleben sichern.

Wasser (auf keinen Fall Milch)
Katzen- oder Hundedosenfutter, hart gekochtes Ei, Rührei.

Katzentrockenfutter, Igeltrockenfutter.

Igelbauch kälter als Ihre Hand?

Igel warm stellen (18-20 Grad), handwarme Wärmflasche in eine Kiste, Handtuch drüber, Igel darauf und mit Handtuch abdecken.
Schwachen, (aber erst dann, wenn die Igel so warm sind wie ihre Hand) Tieren vorsichtig mit einer Einwegspritze (ohne Kanüle) lauwarmen Fenchel- oder Kamillentee oder Wasser einflößen.

Erholt sich  der Patient nach 1-2 Tagen nicht, dann ist er krank und muss zum Tierarzt.

Wenn Sie weitere Ratschläge benötigen, dann schauen Sie sich weiter auf unseren Seiten um.

Ein trockener Futterplatz ist schnell gebastelt